Widmen wir uns einmal einem sehr spannenden Thema.
Warum bezahlen wir für Trinkwasser?
Das ist heute ganz einfach aufzuführen, denn der Prozess der Wasseraufbereitung ist - zumindest in Deutschland - ziemlich Komplex.
Etwa 85% der Wassergewinnung sind Fixkosten:
1. Personalkosten
2. Wasserförderung über Brunnen, etc.
3. Wasseraufbereitung und Reinigung
4. Überwachungskosten
5. Instandhaltung der Förder- und Reinigungsanlagen
und viele kleiner Prozesse
Am Ende springt für Gemeinde und Länder noch ein Gewinn von etwa 15% ab. Hier kann man sich streiten, ob das nötig wäre, soll aber in der näheren Erörterung keine Rolle spielen.
Das Interesse liegt ja immernoch auf der Frage "Warum Wasser überhaupt etwas kostet?"
Wenn wir einen Sprung in die Vergangenheit machen dann wissen wir, dass unsere Vorfahren nichts für Wasser bezahlt haben, zumindest nicht mit Geld. In Regionen - wie Germanien - wurde das Wasser aus Seen, Teichen, Flüssen, Quellen oder Brunnen herangeschafft. Dabei war der einzige Preis die Anstrengende Beschaffung. Wenn man Besiedlungskarten aus dem 15.Jahrhundert betrachtet, dann sieht man die meisten Siedlungen auch an strategisch interessanter und lebensnotwendiger Nähe zu Flüssen oder Seen. Burgruinen bestätigen uns dieses Phänomen bis heute. War es im Falle einer Belagerung der Feinde doch von größter Wichtigkeit die Versorgung mit Wasser aufrecht zu erhalten. Um wieder näher an unsere Zeit zu kommen, machen wir einen Sprung ins Jahr 1944. Es herrscht Krieg in Deutschland und die Bevölkerung leidet zunehmend unter den Folgen. Doch in dieser Zeit gibt es ein Problem nicht, die Versorgung mit Wasser. Trinkwasser wird in etwa 15% der Haushalte bereits über Leitungen geliefert und dafür muss für damalige Verhältnisse viel bezahlt werden. Die Restlichen 85% der Haushalte besorgen sich das nötige Wasser wie bisher aus Brunnen, Seen, Bächen und Quellen. Aber zunehmend wird die Versorgung mit Wasser in den größeren Städten durch private Unternehmen vorangebracht.
Der aufmerksame Leser merkt schon, wo die Argumentation hinführt und was sich - aus unserer modernen Sicht - als Frage stellt. Was ist heute anders?
Auf den ersten Blick nichts und auf den zweiten detaillierten Blick ganz viel.
Unsere Flüsse, Seen, Bäche und Quellen sind stark verschmutzt und häufig mit Schwermetallen belastet. Es gibt nur noch wenige Orte - vor allem Quellen - die nicht belastet sind und diese sind häufig von Trinkwasserfirmen aufgekauft. Seit einigen Jahren verbessert sich die Reinheit der Süssgewässer. Das ist vor allem der komplexen Aufbereitung unserer Abwasser durch moderne Kläranlagen zu verdanken. Dennoch sollten Sie aus keinem Gewässer trinken, in dem nicht mindestens drei Fische zu sehen sind. (Kleiner Scherz der Redaktion )
kurze anmerkung:
AntwortenLöschen1942 herrschte kein Krieg "in" deutschland ;)
Das ist natürlich korrekt,
AntwortenLöschenaber involviert war Deutschland ja bekannter Weise