Dienstag, 22. März 2011

Austieg aus der Atomkraft

Im aktuellen Augenblick wird durch die unklare Situation in Japan, die "Stimme der Bevölkerung" nach dem Ausstieg aus der Kernkraft immer lauter.
Doch ist ein Ausstieg ohne weiteres möglich und wenn ja mit welchen Folgen?
Der Anteil der Kernenergie ist in Deutschland mit 22,6% nicht sonderlich hoch, aber auch nicht so unbedeutend klein, dass wir diesen Anteil innerhalb von drei Jahren durch erneuerebare Energien ersetzen können. Der Anteil dieser liegt 2010 bei 16,5%. Bis 2020 könnte sich das verdoppeln.
Aber was ist nun in der Zwischenzeit möglich?
Deutschland kann auf jeden Fall die Meiler vom Netz nehmen und eine Entsorgung einleiten. Dann wird man aber über einige Jahre hinweg entweder Strom durch Kohlekraftwerke produzieren müssen oder Strom aus dem Ausland kaufen. Das ist nicht ungewöhnlich mit Gas und Öl wird das schon seit Jahrzehnten so gemacht. So oder so ist die Umweltbelastung dadurch erhöht, weil der Strom aus dem Ausland ein Mix aus Kernenergie und Strom aus Kohle ist. 
Geologisch interessantere Länder wie Island haben uns hierbei etwas voraus. Sie produzieren ihren Strom zu 75% durch geothermische Anlagen. Diese Form der Stromerzeugung ist für mich die Zukunft und kann gerade für Island zum großen Schritt aus der Wirtschaftlichen Krise werden.
Wenn Deutschland mit Island ein "Geothermisches Handelsabkommen" schließen würde, dann könnten wir unter Umständen die 22,6% über Island importieren. Damit wäre ein Standbein für Island geschaffen und Deutschland wäre mit fast 40% umweltfreundlich produzierten Stroms ein gutes Beispiel für die europäischen Nachbarn.

Warum Wasser Geld kostet?

Widmen wir uns einmal einem sehr spannenden Thema.

Warum bezahlen wir für Trinkwasser?
Das ist heute ganz einfach aufzuführen, denn der Prozess der Wasseraufbereitung ist - zumindest in Deutschland - ziemlich Komplex.
Etwa 85% der Wassergewinnung sind Fixkosten:
1. Personalkosten
2. Wasserförderung über Brunnen, etc.
3. Wasseraufbereitung und Reinigung
4. Überwachungskosten
5. Instandhaltung der Förder- und Reinigungsanlagen
und viele kleiner Prozesse
Am Ende springt für Gemeinde und Länder noch ein Gewinn von etwa 15% ab. Hier kann man sich streiten, ob das nötig wäre, soll aber in der näheren Erörterung keine Rolle spielen.

Das Interesse liegt ja immernoch auf der Frage "Warum Wasser überhaupt etwas kostet?"

Wenn wir einen Sprung in die Vergangenheit machen dann wissen wir, dass unsere Vorfahren nichts für Wasser bezahlt haben, zumindest nicht mit Geld. In Regionen - wie Germanien - wurde das Wasser aus Seen, Teichen, Flüssen, Quellen oder Brunnen herangeschafft. Dabei war der einzige Preis die Anstrengende Beschaffung. Wenn man Besiedlungskarten aus dem 15.Jahrhundert betrachtet, dann sieht man die meisten Siedlungen auch an strategisch interessanter und lebensnotwendiger Nähe zu Flüssen oder Seen. Burgruinen bestätigen uns dieses Phänomen bis heute. War es im Falle einer Belagerung der Feinde doch von größter Wichtigkeit die Versorgung mit Wasser aufrecht zu erhalten. Um wieder näher an unsere Zeit zu kommen, machen wir einen Sprung ins Jahr 1944. Es herrscht Krieg in Deutschland und die Bevölkerung leidet zunehmend unter den Folgen. Doch in dieser Zeit gibt es ein Problem nicht, die Versorgung mit Wasser. Trinkwasser wird in etwa 15% der Haushalte bereits über Leitungen geliefert und dafür muss für damalige Verhältnisse viel bezahlt werden. Die Restlichen 85% der Haushalte besorgen sich das nötige Wasser wie bisher aus Brunnen, Seen, Bächen und Quellen. Aber zunehmend wird die Versorgung mit Wasser in den größeren Städten durch private Unternehmen vorangebracht.
Der aufmerksame Leser merkt schon, wo die Argumentation hinführt und was sich - aus unserer modernen Sicht - als Frage stellt. Was ist heute anders?
Auf den ersten Blick nichts und auf den zweiten detaillierten Blick ganz viel.
Unsere Flüsse, Seen, Bäche und Quellen sind stark verschmutzt und häufig mit Schwermetallen belastet. Es gibt nur noch wenige Orte - vor allem Quellen - die nicht belastet sind und diese sind häufig von Trinkwasserfirmen aufgekauft. Seit einigen Jahren verbessert sich die Reinheit der Süssgewässer. Das ist vor allem der komplexen Aufbereitung unserer Abwasser durch moderne Kläranlagen zu verdanken. Dennoch sollten Sie aus keinem Gewässer trinken, in dem nicht mindestens drei Fische zu sehen sind. (Kleiner Scherz der Redaktion )